Aktuell

Melanie Flicker

GRIMMS GREATEST HITS

von Raphael Protiwensky-Schenk

Regie: Raphael Protiwensky-Schenk

Stadtsaal Berndorf

Wiederaufnahme: 28., 29. und 30 September 2016 10:00 Uhr
Premiere: 15. Juni 2016 17:00 Uhr
16.06.-18.06. jeweils um 10:00 Uhr
19.06. und 25.06 15:00 Uhr
23.06. und 24.06 um 10:00 Uhr

Die schönsten Märchen der Brüder Grimm, eine Auswahl aller möglichen und unmöglichen Requisiten und drei Darsteller, die nur das Eine wollen: die Hexe spielen. Oder die Prinzessin. Oder den bösen Wolf. Oder doch Rapunzel? Vielleicht erst Hänsel, dann Schneewittchen und zum Schluss noch den ersten, dritten und siebten Zwerg? Oder gleich alle auf einmal! Mit erhöhtem Tempo stürzen sich die Drei in eine turbulente Reise durch eine bunte Märchenwelt, in der Humor und Fantasie nicht auf der Strecke bleiben.
„Grimms Greatest Hits“ – ein rasanter Spaß für kleine und große Märchenfreunde ab 5 Jahre.

FREI NACH COLETTE

von Katharina Köller
Uraufführung

Theater Spielraum
Premiere: 4. April 2016
5. bis 30. April, Dienstag bis Samstag 19.30h

Regie: Katharina Köller

Paris um 1900: Ein mittelmäßiger Schriftsteller heiratet ein junges Mädchen vom Land, das mehr Talent zum Schreiben hat als er und veröffentlicht ihre Romane unter seinem Namen. Colette nimmt den Anspruch, die „ungewöhnlichste Ehe, die es gibt“ zu führen, als Ausrede für ihre Passivität, während sie ihrem Mann ihren Erfolg abtritt und sich von ihm in einen perversen Kult um die von ihr geschaffene Protagonistin verwickeln lässt.
Später wurde aus Colette eine weltberühmte Schriftstellerin, Journalistin und Varieté-Künstlerin, die als Bohémienne auch für ihren unkonventionellen Lebensstil bewundert wurde, sie war die erste Frau, die in Frankreich ein Staatsbegräbnis – allerdings ohne Priester – bekam.
In FREI NACH COLETTE untersucht die junge österreichische Autorin Katharina Köller die Mechanismen ihres Selbstbetrugs und ihrer frei gewählten Unterdrückung.

SIPPSCHAFT

von Nina Raine
österreichische Erstaufführung

Regie: Babett Arens

Stadttheater Mödling
Premiere: 09. Jänner 2016
14.01.-16.01. jeweils um 19:30 Uhr
17.01. 17:00 Uhr
19.01., 21.01.-23.01.um 19:30 Uhr

Theater Scala
Premiere: 06. Februar 2016
Weitere Termine
09.02.2016 – 26.02.2016 jeweils Di-Sa
Beginn: 19:45 Uhr

Billy geht‘s nicht schlecht. Er ist Anfang zwanzig und lebt in einer intellektuellen Familie, die wie jede andere ihre eigenen Rituale, ihre eigenen Scherze und ihre eigene Sprache kultiviert hat. Sein Vater Christopher ist Akademiker und Autor, seine Mutter Betty schreibt gerade einen Roman über eine gescheiterte Ehe, seine Schwester Ruth bastelt mäßig erfolgreich an einer Karriere als Opernsängerin und Bruder Daniel nimmt Psychopharmaka und sitzt ewig lang schon an seiner Masterarbeit über die Funktion der Sprache. Alle reden gern, laut und viel, oft auch aneinander vorbei, eine unkonventionelle und manchmal recht nervende Form der Zuwendung. Billy, der jüngste ist der perfekte Zuhörer. Billy ist allerdings taub, aber er hat gelernt von den Lippen abzulesen und dank des unermüdlichen Einsatzes seiner Mutter, passabel zu sprechen. Er hat eine „normale“ Schule besucht und ist, so scheint es, perfekt integriert, worauf alle Familienmitglieder auch gehörig stolz sind. Billy soll sich ja nicht behindert fühlen!
Doch dann verliebt er sich in Sylvia, eine junge Frau, deren Eltern taub sind und die selbst nach und nach ihr Gehör verliert. Durch sie lernt er eine andere, für ihn neue Welt kennen: die Welt der Gehörlosen. Er merkt, wie sehr er durch die Vorgaben
seiner hörenden Familie bestimmt ist und wie wenig sie sich im Gegenzug auf ihn eingelassen hat. Er entdeckt mit dem Erlernen der Gebärdensprache seine eigene Sprache und beginnt, seinen eigenen Weg zu gehen.

VON MÄUSEN UND MENSCHEN

nach dem Roman von John Steinbeck

Stadttheater Mödling
Premiere: 10. Oktober 2015
15.10.-17.10. jeweils um 19:30 Uhr
18.10. 17:00 Uhr
20.10., 22.10.-24.10. um 19:30 Uhr

Theater Scala Wien
Premiere: 31. Oktober 2015
03.11.-20.11. jeweils Di-Sa
Beginn: 19:45 Uhr

Regie und Bühnenfassung: Bruno Max

Die USA zur Zeit der großen Wirtschaftskrise in den Dreißiger Jahren: Wie Millionen Entwurzelter ziehen zwei ungleiche Wanderarbeiter auf der Suche nach einem Saisonjob übers Land: George, der auf ein besseres Leben hofft, und Lennie, der zwar bärenstark und freundlich, aber ein bisschen langsam im Kopf ist. Auf einer großen Farm können sie ein paar Dollar als Erntehelfer verdienen, doch fällt es George schwer, gleichzeitig seinen Lebenstraum von einem eigenen kleinen Hof nicht aus den Augen zu verlieren und den ebenso kindlichen wie gefährlich tollpatschigen Lennie aus Schwierigkeiten heraus zu halten. Die brutale Hierarchie und der Alltagsrassismus auf der Farm und die unausgelastete junge Frau des Sohns vom Boss machen es den beiden auch nicht leichter. Als Lennie einen Hundewelpen versehentlich aus lauter Liebe erdrückt, beginnt eine Entwicklung, die in die Katastrophe führt…

Nobelpreisträger John Steinbecks ebenso empathische wie illusionslose Beschreibung von hart arbeitenden Menschen, die nie über den Tag hinaus planen können und keine Aussicht auf Aufstieg haben,  ist in der heutigen Zeit der „prekären Arbeitsverhältnisse“ aktuell wie damals.

INFERNO. NACHRICHTEN AUS DER HÖLLE

von John Osborne
Deutsch von Maximillian Schell

Theater im Bunker Mödling
Premiere: 16. August 2015
weitere Termine: 20.-22., 27.-29. August und 3.-6. September 2015

Regie: Bruno Max

Gibt es eine Hölle, außer der, die wir uns selbst bereiten? Und wenn ja, wie ist es dort? Welche Benimm- und Bekleidungsregeln gelten für den ahnungslosen Höllenfahrenden? Folgen Sie Dantes Rat, lassen Sie alle Hoffnung fahren und steigen Sie unter ortskundiger Führung hinab an den Ort, der die Phantasie so unterschiedlicher Völker wie Griechen, Römer, Chinesen und Azteken auch ganz unterschiedlich beflügelt hat, den Ort, mit dem Christen, Moslems, Hindus und fast alle andern Religionen ihren Schäfchen seit Jahrtausenden auf ganz unterschiedliche Weise drohen.

OBERST REDL – EIN PATRIOT

von John Osborne
Deutsch von Maximillian Schell

Theater Scala – Wien
Premiere: 21. Mai 2015
weitere Termine

Stadttheater Mödling
Premiere: 11. April 2015
weitere Termine

Regie: Bruno Max

Wenige Ereignisse vor den Schüssen von Sarajewo haben so entscheidend zum Untergang der Donaumonarchie beigetragen wie der Spionagefall des legendären Oberst Redl. Was macht aus einem ehrgeizigen und begabten Patrioten einen Hochverräter?

Wien um 1900, ein Ballsaal in einem herrschaftlichen Palais: Große Roben, klassische Musik, Champagner wird serviert, die Dame des Hauses dirigiert mit dem Fächer bizarr kostümierte Schönheiten durch den Raum. Erst langsam wird klar: Im pompösen Ballkleid der Gastgeberin steckt ein Mann, auch den anderen Damen wachsen drahtige Schnurrbärte – wir befinden uns auf einem Tuntenball, die „Damen“ sind Offiziere der Kaiserlichen Armee. Inmitten dieser Gesellschaft steht in voller Uniform Alfred Redl, k.u.k. Geheimdienstchef und selbst homosexuell, ein Außenseiter unter Außenseitern.

John Osborne (Blick zurück im Zorn, Der Entertainer) erzählt ohne Tabus die Stationen des Lebens- und Leidensweges des Topspions abseits jeder Monarchieromantik und legt die Verlogenheit und Brutalität einer Gesellschaft frei, in der ein Außenseiter keine Chance hat, selbst wenn er das unehrliche Spiel und die Doppelmoral seiner Umgebung zu verinnerlichen versucht. Er rückt Redls Homosexualität in den Mittelpunkt und macht aus dem historischen Stoff eines seiner reichhaltigsten Stücke: einen Polit-Thriller über das schillernde Leben eines Nonkonformisten, eine tragische Parabel über Ausgrenzung, Repression und die Verquickung von Eros und Macht.

NENNT MICH NICHT ISMAEL!

von Michael Gerard Bauer

Theater der Jugend
Premiere: 25. April 2014
weitere Termine: 23. April 2014 – 24. Juni 2014

Regie: Stefan Behrendt

»Nennt mich Ismael.« Mit diesen berühmten Worten beginnt eines der Hauptwerke der Weltliteratur: Herman Melvilles »Moby Dick«.
Dieser Roman brachte die Eltern von Ismael Leseur auf die Idee, ihren Sohn eben so zu nennen. Ein gefundenes Fressen für seine Klassenkameraden – gerade aufgrund seines Namens wird Ismael gehänselt und heftig drangsaliert. Das absolut schlimmste Grauen jedoch hat einen anderen Namen: Barry Bagsley.
Mehr und mehr wird Ismael zum Außenseiter und wählt die Isolation. Bis der schwächliche, aber höchst intelligente James Scobie neu in Ismaels Klasse kommt.
Ein Junge, der es schafft, sich – allein mit Worten – Respekt zu verschaffen. Vor allem beim Mobber Barry.
Bald wird ein Debattierclub gegründet, in dem sich alle Außenseiter der Schule wiederfinden. Als es zu einem ersten Wettbewerb kommt, fällt Scobie wegen Krankheit aus. Wie ohne ihn bestehen? Jetzt ist die Sache an Ismael, sich und seine Freunde endlich aus den Fesseln der Verachtung und Unterdrückung zu befreien.
Soll er seinen Rivalen Barry vor der gesamten Schule bloßstellen? Oder ist das Prinzip »Auge um Auge, Zahn um Zahn« überholt – da man letztlich nur so handelt, wie diejenigen, unter denen man leidet? Eine Entscheidung, die Ismael nicht leicht fällt…
»Nennt mich nicht Ismael!« ist eine mitreißende und höchst amüsante Geschichte über Mobbing, Freundschaft und Zivilcourage sowie über die Macht der Sprache.
Michael Gerard Bauer war Lehrer, bevor er den Entschluss fasste, sich ausschließlich dem Schreiben zu widmen. Der Roman wurde mehrfach ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt.

JOSEF UND SEINE BRÜDER – DIE BERÜHRTE

von Thomas Mann

Theater in der Josefstadt
Premiere: 5. Dezember 2013

Regie: Günter Krämer

Thomas Mann JOSEPH UND SEINE BRÜDER „die Berührte“ in einer Bühnenfassung von Herbert Schäfer „Tief ist der Brunnen der Vergangenheit“ Mit diesen Worten beginnt Thomas Manns umfangreichstes Romanwerk „Joseph und seine Brüder“Geplant als eine Novelle, entstand eine umfangreiche Tetralogie, sein gleichzeitig größtes und am wenigsten gelesenes Werk, begonnen 1926 in München, vollendet 1943 im kalifornischen Exil.

Joseph, Jaakobs Lieblingssohn, den er mit Rahel zeugte, provoziert seine Halbbrüder durch Schilderung seiner hochfahrenden Träume. Auf einer Reise fallen die Brüder über ihn her, werfen ihn in einen trockenen Brunnen und verkaufen ihn schließlich an ismaelitische Händler, deren Karawane nach Ägypten zieht. Dort wird Joseph an das Haus des Potiphar verkauft, „Freund des Pharao“. Joseph nennt sich ab jetzt „Osarsiph“, wie nach ägyptischem Brauch die Toten angesprochen werden, da er selbst für seinen Vater und für seine Familie längst als verstorben gilt.
Potiphar selbst wurde als Kind von seinen Eltern kastriert, ein Ritual, um ihm eine Karriere als Höfling zu eröffnen. Seine Ehe ist deshalb nur eine Ehe der Form, wie auch seine Hofämter im Grunde leere Ehrentitel sind.

Im großen Kapitel „Die Berührte“ des dritten Romanteils „Joseph in Ägypten“ sehen wir Mut-em-Enet, Potiphars Frau, zunächst zufrieden in ihrer nicht vollzogenen Ehe. Sie entwickelt aber in den drei Jahren ihrer geschlechtlichen Einsamkeit ein immer stärkeres Verlangen zu dem jungen Joseph, Sklave im Hause.
Potiphar selbst sucht nach einem Weg, sein eigenes Verlangen nach Ruhe, Liebe, Menschlichkeit mit seiner hohen Stellung zu verbinden, und überprüft währenddessen, wieweit er sich dabei auf den Rat seines Hofes (hier in Gestalt seines Höflings Dûdu) verlassen kann …

Günter Krämer inszeniert Herbert Schäfers Theaterfassung von „Die Berührte“, aus Thomas Manns umfangreichem Roman, jenes Kapitel, das sich auf das Zusammentreffen von Potiphar, Mut und Joseph konzentriert. Die Collage besteht nur aus Originaltexten aus Thomas Manns Roman.